
Ja, ein Rückfall ist möglich – insbesondere beim geriatrischen (idiopathischen) Vestibularsyndrom. Viele Hunde erholen sich zwar vollständig, dennoch können die Symptome nach Wochen, Monaten oder sogar Jahren erneut auftreten. Wovon das abhängig ist, welche Warnzeichen ernst genommen werden sollten und wann eine tierärztliche Abklärung wichtig ist, erfahren Sie im weiteren Verlauf des Artikels.
Wenn Sie bei Ihrem Hund plötzlich Störungen des Gleichgewichtssinns sowie der Koordination beobachten, kann das unter anderem auch an einem sogenannten Vestibularsyndrom liegen. Was es damit genau auf sich hat, welche Ursachen für ein Vestibularsyndrom beim Hund infrage kommen und wie die häufig auftretende neurologische Erkrankung behandelt wird, erfahren Sie im Folgenden.
Ähnlich wie bei Ihnen sitzt auch im Innenohr Ihres Hundes das Gleichgewichtsorgan. Es wird auch als Vestibularapparat bezeichnet und spielt für die räumliche Orientierung und die Bewegungsabläufe eine wichtige Rolle.
Wird die Funktionsfähigkeit des Vestibularapparats beeinträchtigt, können Hunde am Vestibularsyndrom erkranken. Die neurologische Erkrankung kann verschiedene Ursachen haben und in zwei unterschiedlichen Formen als peripheres oder zentrales Vestibularsyndrom auftreten.
Das periphere Vestibularsyndrom tritt bei Hunden als Folge von gesundheitlichen Problemen im Bereich des Innenohrs auf, durch die das Gleichgewichtsorgan beeinträchtigt wird. Zu den möglichen Ursachen zählen unter anderem nicht oder zu spät behandelte Ohrenentzündungen.
Gelegentlich kann das periphere Vestibularsyndrom bei Hunden auch genetisch bedingt sein und durch eine angeborene Fehlbildung des Gleichgewichtsorgans ausgelöst werden. In diesem Fall macht sich die Erkrankung bereits im Welpenalter bemerkbar und man bezeichnet sie als kongenitales Vestibularsyndrom.
Das zentrale Vestibularsyndrom ist die seltenere Form der Erkrankung. Im Unterschied zum peripheren wird das zentrale Vestibularsyndrom bei Hunden für gewöhnlich durch Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Staupe, sowie durch Läsionen und Entzündungen im Bereich des Gehirns und des Zentralen Nervensystems verursacht.
Das geriatrische Vestibularsyndrom tritt bei älteren Hunden auf. Es handelt sich bei ihm um eine Folge von degenerativen Prozessen. Warum genau ältere Tiere daran erkranken, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden.
Als mögliche Ursachen für das geriatrische Vestibularsyndrom gelten unter anderem durch Medikamente ausgelöste Vergiftungen sowie Störungen der Durchblutung. Aufgrund der unklaren Auslöser wird es auch als idiopathisches Vestibularsyndrom bezeichnet.
Die drei Formen unterscheiden sich vor allem darin, wo die Störung sitzt und wie schnell sich ein Hund wieder erholt. Die folgende Übersicht fasst zusammen, woran Sie die Unterschiede erkennen.
| Merkmal | Peripher | Zentral | Geriatrisch |
|---|---|---|---|
| Ursache | Innenohr, häufig eine verschleppte Ohrenentzündung | Gehirn und zentrales Nervensystem, etwa Infektionen oder Läsionen | Degenerative Prozesse im Alter, der genaue Auslöser bleibt unklar |
| Anzeichen | Schiefe Kopfhaltung, Taumeln, waagerechtes Augenzittern | Zusätzliche neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Wesensveränderungen | Plötzlicher, oft dramatisch wirkender Beginn, danach meist rasche Besserung |
| Verlauf | Meist gut behandelbar, sobald die Ursache beseitigt ist | Abhängig von der Grunderkrankung, die Prognose fällt zurückhaltender aus | Bessert sich meist in wenigen Tagen bis Wochen, ein Rückfall ist möglich |
Ein Vestibularsyndrom beim Hund kann sich durch verschiedene neurologische Symptome äußern. Welche Anzeichen auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, hängt unter anderem von der Ursache (z. B. peripheres oder zentrales Vestibularsyndrom), dem Alter des Hundes sowie dem Schweregrad der Erkrankung ab.
Typische Symptome eines Vestibularsyndroms bei Hunden sind unter anderem:
Eine plötzlich schiefe Kopfhaltung gehört zu den auffälligsten Anzeichen und zeigt sich besonders häufig bei Hunden im Seniorenalter. Der Kopf neigt sich dabei meist zur betroffenen Seite, während der Hund ansonsten aufmerksam bleibt und Sie normal wahrnimmt. Bleibt die Schieflage nach dem Abklingen der übrigen Beschwerden bestehen, schränkt das den Alltag der meisten Hunde nicht ein.
Manche Hunde laufen beharrlich im Kreis, immer in dieselbe Richtung, oder lehnen sich im Stehen gegen Wände und Möbel. Andere taumeln von einer Sekunde auf die andere, als hätten sie den Boden unter den Pfoten verloren. Beides entsteht, weil das Gleichgewichtsorgan einer Seite falsche Signale sendet, und beides gehört tierärztlich abgeklärt.
Beim Nystagmus zucken die Augen rhythmisch hin und her, meist waagerecht, seltener senkrecht oder rotierend. Die Richtung der Bewegung hilft dem Tierarzt bei der Einordnung, denn ein senkrechter oder wechselnder Nystagmus spricht eher für die zentrale Form. Hunde mit ausgeprägtem Schwindel legen sich häufig flach hin und meiden jede Bewegung, weil ihnen davon übel wird.
Wie stark die Beschwerden ausfallen, ist sehr unterschiedlich. Beim geriatrischen Vestibularsyndrom wirkt der Beginn oft dramatisch, bessert sich danach aber meist rasch. In schweren Fällen, insbesondere beim zentralen Vestibularsyndrom, kann es hingegen zu ausgeprägten neurologischen Ausfällen kommen, die den Alltag des Hundes stark beeinträchtigen.
Treten bei Ihrem Hund Symptome, die auf ein Vestibularsyndrom hindeuten, auf, sollten Sie sich unbedingt an einen Tierarzt wenden. Dieser kann den Hund untersuchen und herausfinden, ob Sie mit Ihrem Verdacht richtig liegen und ob es sich um ein zentrales oder ein peripheres Vestibularsyndrom handelt.
Für seine Diagnose wird der Veterinär Ihren Hund einer Otoskopie (Ohrspiegelung) und verschiedenen neurologischen Untersuchungen unterziehen. Darüber hinaus können gegebenenfalls auch ein MRT und eine Blutuntersuchung erforderlich sein, um das Vestibularsyndrom zuverlässig zu diagnostizieren und seine Ursache zu ermitteln.
Die für die Behandlung des Vestibularsyndroms erforderlichen Therapiemaßnahmen hängen hauptsächlich von den Ergebnissen der tierärztlichen Untersuchungen ab. Bei Hunden mit einem zentralen Vestibularsyndrom können Art und Dauer der Therapie je nach verantwortlicher Grunderkrankung unterschiedlich ausfallen.
Leidet Ihr Hund an einem geriatrischen Vestibularsyndrom, geht es bei der Behandlung vorrangig darum, den Symptomen der Erkrankung entgegenzuwirken. Neben Infusionen zur Durchblutungsförderung können dabei beispielsweise auch Mittel gegen Übelkeit und Brechreiz genutzt werden. Je nach Schwere der Symptome kann zudem die Gabe eines Beruhigungsmittels sinnvoll sein, bis die Behandlungsmaßnahmen Wirkung zeigen.
Welche Medikamente zum Einsatz kommen, entscheidet der Tierarzt nach Ursache und Schweregrad. Infrage kommen unter anderem Wirkstoffe gegen Übelkeit und Schwindel, entzündungshemmende Präparate sowie bei einer bakteriellen Mittel- oder Innenohrentzündung eine gezielte Behandlung. Greifen Sie dabei nie zur eigenen Hausapotheke: Viele Humanpräparate sind für Hunde ungeeignet, und die Dosierung gehört in tierärztliche Hand.
Ein Hund mit Vestibularsyndrom erlebt seine Umgebung für einige Tage als unsicher, und viele Tiere reagieren darauf mit Unruhe. Neben einem ruhigen Liegeplatz ohne Treppen und glatte Böden kann Shiimun Calm Pulver diese Phase begleiten. Das Ergänzungsfuttermittel verbindet Shiitake mit grünem Tee und L-Tryptophan und ist auf Hunde abgestimmt, die sensibel auf ungewohnte Reize reagieren. Es dient der Unterstützung in herausfordernden Situationen und ersetzt die tierärztliche Behandlung nicht.
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Ob sich ein Vestibularsyndrom bei Hunden heilen lässt, ist in erster Linie von seinem Auslöser sowie der genauen Form abhängig. Handelt es sich um ein peripheres Vestibularsyndrom, stellt die Behandlung normalerweise kein allzu großes Problem dar und dauerhafte Beschwerden können in den meisten Fällen vermieden werden.
Das trifft insbesondere auf das geriatrische Vestibularsyndrom zu. Dieses verschwindet meist von alleine nach ein paar Tagen oder Wochen wieder. Es ist jedoch möglich, dass vermeintlich genesene Hunde nach einer gewissen Zeit einen Rückfall erleiden und wieder Symptome entwickeln. Wie stark Verlauf und Prognose innerhalb der peripheren Form variieren, zeigt Orlandi, R. et al. (2020). Clinical signs, MRI findings and outcome in dogs with peripheral vestibular disease: a retrospective study.
Davon abgesehen kommt es gelegentlich vor, dass betroffene Hunde trotz erfolgreicher Behandlung ihren Kopf dauerhaft schief halten. Das sieht zwar gewöhnungsbedürftig aus, schränkt die Lebensqualität der Hunde normalerweise aber nicht ein.
Bei vom zentralen Vestibularsyndrom betroffenen Hunden ist die Prognose leider nicht immer so positiv, da es sich bei seiner Ursache nicht selten um eine schwere Erkrankung handelt. Es kann daher durchaus sein, dass sich das Vestibularsyndrom des Hundes in manchen Fällen nicht heilen lässt.

Ein Vestibularsyndrom kann bei Hunden verschiedene Ursachen haben und in unterschiedlichen Formen auftreten. Man unterscheidet zwischen dem zentralen und dem peripheren Vestibularsyndrom. Kommt es bei alten Hunden durch degenerative Prozesse zu entsprechenden Problemen, spricht man von einem geriatrischen, beziehungsweise idiopathischen Vestibularsyndrom.
Die Symptome, zu denen insbesondere Störungen der Koordination und des Gleichgewichts zählen, sind je nach Form und Schwere der neurologischen Erkrankung nicht bei allen betroffenen Tieren gleich stark ausgeprägt. Unabhängig davon sollten Sie die Beschwerden Ihres Hundes selbstverständlich keinesfalls ignorieren.
Wenden Sie sich bei auftretenden Symptomen in jedem Fall an einen Tierarzt, damit dieser Ihren Vierbeiner untersuchen und behandeln kann. Je nach Art und Auslöser lässt sich das Vestibularsyndrom bei Ihrem Hund mit etwas Glück gut therapieren, sodass es Ihrem Vierbeiner hoffentlich bald wieder besser geht.
