
Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die beim Hund Leber und Nieren angreift und tödlich verlaufen kann. Erste Anzeichen sind Abgeschlagenheit, Fieber, Erbrechen, Durchfall sowie vermehrtes Trinken. Da die Symptome unspezifisch sind, gehört jeder Verdacht sofort in die Tierarztpraxis. Behandelt wird mit Antibiotika; vorbeugend sind Impfung und Hygiene wichtig.
Nach der Ansteckung dauert es in der Regel etwa ein bis zwei Wochen, bis sich erste Symptome zeigen, obwohl sich die Bakterien schon vorher über das Blut ausbreiten und Leber und Nieren angreifen. Diese verzögerte Symptomatik macht die Erkrankung tückisch.
Die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch und leicht zu verwechseln:
In schweren Fällen kommen Gelbsucht, Nasenbluten oder neurologische Störungen hinzu. Bemerken Sie solche Symptome, besonders nach Kontakt mit Gewässern oder Pfützen, sollten Sie nicht abwarten.
Bei Verdacht auf Leptospirose sollten Sie umgehend die Tierarztpraxis aufsuchen. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Genesung ohne bleibende Organschäden.
Nach Anamnese und Untersuchung nimmt die Tierarztpraxis Blut ab und veranlasst weitere Tests, darunter einen indirekten Erregernachweis. Behandelt wird mit Antibiotika; begleitend werden Symptome gelindert, etwa mit Schmerzmitteln, Mitteln gegen Übelkeit und Infusionen gegen Dehydrierung. Weil ein plötzliches Nierenversagen droht, muss der Hund engmaschig überwacht werden.
Warten Sie bei Verdacht nicht ab und behandeln Sie keinesfalls selbst, sondern lassen Sie die Ursache umgehend tierärztlich abklären.
Leptospiren mögen es feucht und warm und sind daher vor allem in wärmeren Regionen wie Südeuropa sowie in den Sommermonaten verbreitet. Hunde nehmen die Bakterien zum Beispiel über den Kontakt mit infizierten Nagetieren, kontaminiertes Futter oder Trinkwasser, verunreinigte Gegenstände oder infektiösen Urin auf.
Besonders gefährdet sind Hunde, die in Gewässern schwimmen, aus Pfützen trinken oder viel Bodenkontakt haben. Auch der Kontakt mit Nagetieren, die Leptospiren über den Urin ausscheiden, erhöht das Risiko. Wichtig zu wissen: Leptospirose ist eine Zoonose, kann also auch auf den Menschen übergehen.
Der Verlauf ist sehr unterschiedlich und hängt auch vom Immunsystem des Hundes ab. Grundsätzlich kann die Erkrankung perakut, subakut oder chronisch verlaufen.
Ein perakuter Verlauf führt durch die rasche Vermehrung der Bakterien schnell zu massiven Organschäden und hat eine schlechte Prognose; Welpen sind besonders gefährdet. Beim subakuten Verlauf zeigen sich Erbrechen, vermehrtes Urinieren, Fieber, Blutungsneigung und Gelbsucht, teils eine akute Niereninsuffizienz; hier sind die Heilungschancen bei früher, konsequenter Antibiotikatherapie deutlich besser. Ein chronischer Verlauf betrifft vor allem Nieren und Leber und kann bleibende Schäden hinterlassen.
